Wenn Alternativen keine Perspektive haben

Der Erfolg von Frau Merkel basiert auf häufig von ihr als „alternativlos“ präsentierten Lösungsansätzen. Wenn das als Führungsmethode wegfällt, wirkt sie hilflos.

Frau Merkel konnte keine Fehler bei sich und ihrer Partei erkennen, die das miserable Wahlergebnis im vergangenen Herbst erklären. Weitermachen mit ihr ist für die CDU alternativlos.

Dass die FDP die Koalitionsverhandlungen platzen ließ, löste keine erkennbare Regung bei der Geschäftsführerin aus. Wird halt geschäftsführend weiterregiert, das ist alternativlos.

Im Vorfeld der eigentlich von beiden Seiten geschmähten Verlängerung einer großen Koalition ist sie auffällig unauffällig. Lediglich die Utopie von Herrn Schulz, man könne sich auf eine „Kern-GroKo“ verständigen und es dann einfach mal laufen lassen, löste bei ihr einen spontanen Reflex aus. Eine stabile Mehrheit mit Ausschluss offener Ausgänge von Diskussionen ist für sie alternativlos.

Was mich betrifft, erscheint mir mittlerweile eine Regierung ohne Frau Merkel alternativlos. Denn mit ihr und durch sie hat eine Stagnation eingesetzt, die Personalien wie dem als Sonnengott inszenierten Führer Der Partei Lindner oder der mit ihren Bemerkungen Auffallend faschistoiden Dame von Storch einen komfortablen Sprung in den personell größten Bundestag der Geschichte ermöglicht.

Schlimmstenfalls will sie das Thema aussitzen, bis die Wahl in Bayern 2018 durch ist, um wenigstens dort einer vermeintlich christlichen Partei eine Mehrheit zu sichern, was jedoch keineswegs als sicher angenommen werden kann. Das würde uns schlimmstenfalls bis in den November des Jahres lähmen. Eventuell hat sie die durchaus berechtigte, jedoch selbst verschuldete Sorge, dass Neuwahlen sie vor Eintritt des Rentenalters arbeitslos machen könnten. Sollte das als von ihr als alternativlos definiertes Etappenziel gesetzt sein, würde es mindestens noch bis Juli 2018 dauern.

Jeder Tag ohne eine gewählte Regierung ist ein geschenkter Tag für diejenigen, die nichts beweisen müssen, aber mit befremdlichen Sprüchen ebenso befremdliche politische Forderungen stellen. Wobei diese im Kern durch und durch berechtigt sind. Allein ein klar geregeltes Asylrecht würde dafür sorgen, dass die allgegenwärtige und alles bestimmende Flüchtlingsthematik den Meinungsmachern die Themen entzöge. Damit erhielten endlich wieder Themen Aufmerksamkeit, die fü unsere Gesellschaft wahrscheinlich erheblich wichtiger sind, den Stimmungsmachern jedoch deutlich weniger Fläche für substanzlose Angriffe böten.

Daher erscheint mir die Beseitigung der Alternativlosigkeit alternativlos.