Wasser!

Am Anfang des Monats Mai war das wunderbar: so schönes Wetter, warm, Sonne – super. Super steht u.a. für „groß“ – das ist sie geworden, die Trockenheit.

Denn hier hat es jetzt (gefühlt) seit mehr als acht Wochen kaum bis keine Feuchtigkeit von oben gegeben. Ausgerechnet in der Phase des Jahres, in der die Pflanzen loslegen wollen und Wasser dafür brauchen. Weil es unvorhersehbar war, dass es kein Ende findet, hat der schöne April verlockt, größere Projekte im Garten in Angriff zu nehmen. Es wurden neue Beete angelegt, komplette Neugestaltungen angestoßen, Stauden, Bäume und Büsche umgepflanzt, neue Pflanzen angeschafft – was man halt so macht, wenn der Garten gestalterisch vorangetrieben wird.

Es ließ sich auch wunderbar an. Die Pflanzen gaben richtig Gas – was natürlich den Wassergaben geschuldet war, die ihnen regelmäßig zu Teil wurden. Macht man halt so. Erst jetzt, wo die (zumindest von uns) willentlich missachteten Teile, z.B. der Rasen, deutlich signalisieren, dass es in diesem Monat viel zu heiß und viel zu trocken war, wird klar, dass der diesjährige bisherige gärtnerische Erfolg zu großen Teilen dem Gartenschlauch geschuldet ist.

Da wir keinen Rasensprenger verwenden, der Rasen genau genommen selbst schauen muss, wie er klar kommt und unsere Wassergaben gezielt eingesetzt werden, halte ich unseren Einsatz für hinnehmbar. Wir wässern grundsätzlich abends, zum oder nach Sonnenuntergang, damit die Pflanzen einerseits das Maximum an Feuchtigkeit über die Nacht aufnehmen können. Andererseits verbrennen sie ja nur, wenn die Tropfen wie Brenngläser auf den Blättern bleiben und die Sonne konzentrieren.

Gestern hat mich bei der Heimkehr ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft irritiert. Der stand auf der Straße und hat sie mit dem Gartenschlauch akribisch abgespritzt. Offenbar fand er das amüsanter, als den (mutmaßlich) eigentlichen Auftrag (Rasen vor dem Haus) auszuführen. Für den Rasen war das wahrscheinlich ein Segen, denn die Sonne stand noch kräftig strahlend am Himmel und hätte gewässerte Hälmchen sicher fertig gemacht.

Meine Liebste hat mir dann noch abends erzählt, dass in der Nachbar­gemeinde wohl schon die Anordnung ergangen ist, dass nur noch zwischen 21 - 7 Uhr der Garten gewässert werden darf. Im Umland trocknen bereits die ersten Brunnen aus. Alles Sachen, die sonst bestenfalls ab Ende Juli, Mitte August passieren. Wenn das so weiter geht, werden wir dieses Jahr eine fulminante Wasserknappheit bekommen. Trifft viele von uns womöglich erst mal nur indirekt bis gar nicht. So lange es noch Energy Drinks und Mobil­funk­ver­bin­dun­gen gibt, ist deren Welt heil.

Mir macht das durchaus Sorgen, denn als Gartenbesitzer bin ich näher dran an den Sachen, die die Welt wirklich am Laufen halten. Eine davon ist Wasser. Die zweite bedenkliche Verknappung dieses Jahr. Nach den Bienen.