Was für ein Morgen

Der Blick aus dem Fenster wird von einer weißen Wand blockiert. Maximale Luftfeuchtigkeit in Form von undurchdringlichem Nebel. Wenn ich das Licht im Raum ausmache, kann ich zumindest die Lichter der Autos sehen, die sich durch diese Suppe kämpfen. Ich muss raus, vorgesehen war das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Ich entscheide mich spontan um, denn wenn ich da durchradle, komme ich durch und durch klamm am Ziel an. Das ist dann diese Feuchte, die langsam und unaufhaltsam in dich hineinkriecht und frösteln lässt.

Gerade lese ich, dass Dieter Hildebrandt gestorben ist. Er war nicht mehr der Jüngste, aber einer der Besten. Und mit bzw. trotz seinen 86 Jahren in der Oberstube heller erleuchtet, als ein Großteil der ihn umgebenden Jüngeren. Man musste ihn nicht mögen, aber es war leicht, ihn zu respektieren. Der haute alle gleichermaßen schonungslos in die Pfanne. Ein echter Verlust, was das fiese Wetter schon wieder passend macht.