Unbekannte Freunde

Das Internet ist schon eine coole Sache. Da hat man die Welt in der eigenen Stube und lernt Leute kennen, von denen ich unter den landläufigen Bedingungen gar nicht wüsste, dass es sie gibt.

Ich hatte mich ja schon kurz zu SynWrite geäußert. Da sich dieser vorweihnachtliche Fund innerhalb weniger Stunden zu einem Schlüsselwerkzeug für mich entwickelt hat und ich weiß, wie wichtig Rückmeldungen für Entwickler sind, habe ich die ein oder andere Anmerkung im Forum hinterlassen. Ich bin scheinbar ein Trüffelschwein, was das Finden von Fehlern betrifft. Die Fundstücke serviere ich offenbar so, dass sie wohlschmeckend sind, denn egal bei welchem Werkzeug ich Rückmeldungen platziere, dauert es nicht lange. Dann kommt eine freundliche Anfrage rein, ob ich mir eine aktive Unterstützung des Projekts als Beta-Tester — oder sonstwie — vorstellen könnte.

Ist ja grundsätzlich eine schöne Sache, denn direktere Rückmeldungen auf die eigenen Meldungen gibt es kaum. Das Dilemma ist, dass diese Anfragen zwar schmeicheln, aber die wachsende Zahl der Produkte die verfügbare Zeit dafür nicht im gleichen Maß vergrößern. Die ist auf täglich 24 Stunden limitiert und reduziert sich entsprechend bei jedem weiteren Produkt, für dass ich mich breitschlagen lasse. Allerdings muss ich gestehen, dass ich meine Zeit in Blöcken aufwende. Da es freiwillig ist, habe ich das schlechte Gewissen, wenn ich mal nichts für eines der Projekte tue, schon vor geraumer Zeit abgelegt.

Ich nutze bei diesen Projekten grundsätzlich die Beta-Versionen für meine tägliche Arbeit. So optimiere ich meinen Zeiteinsatz. Einerseits wird erledigt, was erledigt werden muss. Andererseits teste ich damit das Werkzeug und entdecke mögliche Fehler oder habe Ideen, wo etwas verbessert oder erweitert werden könnte. Gelegentlich wird daraus dann — natürlich — konkrete Zuarbeit. Als Fehlermeldung im Forum, als umfassende Dokumentation eines Tests oder als Beitrag in Form von Dokumentation für das Programm oder Programmerweiterungen.

Ruck Zuck habe ich so einen neuen Kontakt nach Russland geknüpft, der wiederum einen Kontakt irgendwo in Deutschland hat, der wiederum mich mal eben kontaktiert, weil man ja an den gleichen Seilen zieht. Der Ton ist herzlich, teilweise radebrechen alle via Englisch, weil der eine halt kein Deutsch und ich kein Russisch kann, aber es bringt Spass und interessante Projekte voran. Für ein bisschen Leistung meinerseits, bekomme ich (und alle anderen, die es nutzen) ein besseres Programm. Halte ich für einen fairen Deal, den ich jedem ans Herz lege, der Open Source Programme nutzt. Wobei ich auch Beta-Tester von Kaufprogrammen bin, die ich dann teilweise günstiger oder kostenfrei erhalte.

Jetzt noch was zur Erheiterung. Die fünfzehn schlechtesten Logo-Entwürfe. Runterrollen, ansehen und ablachen.