Privatsphäre?

Apple wirbt gerade sehr aggressiv mit „Privatsphäre“. Die Werbenden haben offenbar die Nutzungsbedingungen des Unternehmens ungelesen abgenickt.

Der aktuelle „Privatsphäre“-Werbefilm von Apple ist bemerkenswert unverfroren. Der ebenso aktuelle Test »Smartwatches« der Stiftung Warentest attestiert:

Apple erlaubt sich, personenbezogene Daten weiterzugeben.

„Erlaubt sich“ ist der Sprachduktus für „nehmen es sich heraus ohne zu fragen“. Warum Produkte eine Gesamtnote „gut“ erhalten, deren Datenschutzerklärung »sehr deutliche Mängel« aufweisen und unklar ist, »ob sich das auch auf erhobene Fitnessdaten bezieht«, wenn vom sich einseitig eingeräumten Recht auf Datenspeicherung und -weitergabe die Rede ist, bleibt das Geheimnis der Tester.

Der Slogan »Privatsphäre ist wichtig.« und die Behauptung »Privatsphäre. Das ist iPhone.« lassen sich damit jedoch kaum halten. Wir Verbraucher werden permanent mit der DSGVO terrorisiert, weil jeder Anbieter sie mit seinen Worten erklären muss. Statt eindeutiger Regeln für alle zum nachschlagen, wie beispielsweise das Bürgerliche Gesetzbuch. Dennoch können Unternehmen Produkte auf den Markt bringen, deren Hersteller sich einseitig Rechte herausnehmen, für die sich andere Dienstleistende eine Unterschrift von uns geben lassen müssen. Aber nur Apple besitzt die Dreistigkeit, sich selbst dafür ein Lob auszustellen.

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