In gewohnter Qualität

Heute bekam ich ein ganzes Rudel E-Mails von einem vormals guten Webhoster. Die Ankündigung liest sich fast wie eine Drohung.

Mit meiner Homepage und dem Blog bin ich bereits vor Jahresfrist umgezogen. Doch ein paar Webseiten von Kunden und mir stehen noch beim vormaligen Provider. Heute kam eine Mail, die mir einen gewaltigen Schreck eingejagt hat:

Unsere Experten führen die Umstellungsarbeiten schnellstmöglich und in gewohnter Qualität durch.

Ich hätte nie gedacht, dass ein im Kern mutmaßlich gut gemeinter Satz einem derart das Wochenende versauen kann. Denn „gut gemeint“ ist keineswegs automatisch ein Synonym für „gut gemacht“. Die Ereignisse der letzten Monate lassen bei mir zumindest den berechtigten Eindruck wachsen, dass große Anstrengungen unternommen werden, um bei mir eine möglichst schlechte Erinnerung zu verankern.

Denn selbst im Grunde banale Aktionen, wie die Herausgabe eines Auth-Codes für den Umzug einer Webseite, lassen sich durch unvollständige Domain-Listen, oder Mails an den Support, die, aus dem Verwaltungsinterface geschickt, als „unzustellbar“ zurück kommen, solide Anspannung aufkommen. Wenn dann sogar die offizielle Fax-Nummer wiederholt unerreichbar ist, drängt sich die Frage auf, ob betriebsintern mit Trommeln oder Rauchzeichen kommuniziert wird.

Immerhin verfüge ich mittlerweile über die Mailadressen der Geschäftsleitung, die mit für meinen Geschmack grenzwertigen Angeboten überzeugen wollte, Kommentare und Bewertungen der „Leistungen“ des Unternehmens wieder aus den Netz zu nehmen.

Ich muss mir jetzt jedenfalls ein bisschen Zeit nehmen, die dort noch vorgehaltenen Daten von Kunden und mir in reproduzierbarer Form auf meine lokalen Server zu kopieren. Denn ich muss wohl davon ausgehen, dass „die Experten“ sich bestimmt wieder sehr Kreatives und Hochindividuelles einfallen lassen, um diverse Homepages abschmieren zu lassen.

Das wäre ja noch auszuhalten. Doch wenn dann noch dreist behauptet wird, dass nach einem Systemupdate selbstverständlich ein Funktionstest gemacht würde, bei dem zusätzlich Screenshots von vorher mit welchen von nachher verglichen würden, wüsste ich gern, wer sich die anschaut. Denn eine Webseite mit Menü und Inhalt unterscheidet sich selbst bei einem flüchtigen Blick deutlich von einer, die nur eine fette Fehlermeldung wegen z.B. einer unerreichbaren Datenbank auswirft. Oder weil die Rechte von Dateien falsch gesetzt wurden, oder … – mal schauen, was jetzt als neue Variante(n) dazu kommt.

Wobei das natürlich alles, den Schreiben der Geschäftsleitung folgend, noch nie passiert ist. Ist halt blöd, wenn ich allein bereits mehrere dokumentierte Fälle auf unterschiedlichen Systemen habe. Das wäre schon eine außerordentliche statistische Anomalie, träfe es nur mich. Wobei die bereits widerlegt ist, weil ich weitere Betroffene kenne.

Nie. Das ist eine extrem ausgeprägte Ignoranz. Daher hänge ich da noch ein Wort an. Mehr.