Floppt total

T-Online meldet eine peinliche Schlappe für die Katze. Wer jetzt erstmal nur gar nix versteht: Kein Beinbruch. Es geht um ein Blonde Dame namens Daniela Katzenberger, von Beruf … — ich denke „Selbstdarstellerin“ trifft es am besten.

Diese Dame hatte — hört, hört! — Fünfjähriges TV-Jubiläum. Das war dem Bericht zufolge völlig desatrös, denn es hat einen Marktanteil von nur 5,6% erreicht. Da reibe ich mir erstmal verdutzt die Augen, denn nur 5,6% sind 1,33 Millionen Menschen. So hat es T-Online jedenfalls ausgerechnet. Da frage ich mich unwillkürlich, wie man mit Blond und kackfrechsein überhaupt so viele Menschen erreichen kann.

Zugegeben. Die Frau hat schon ein paar kernige Sprüche drauf. „Wäre Intelligenz vom Aussehen abhängig, hätte ich den IQ eines Toastbrotes“, soll sie mal (sinngemäß) gesagt haben. Die Masche Blond ist blöd hat sie jedenfalls sehr erfolgreich vermarktet und sich dabei alles andere als blöd angestellt. Allerdings frage ich mich schon, was am Leben einer Frau, die zwar heere Ziele hat, aber grandios daran scheitert, so unterhaltsam ist, dass daraus eine fünf Jahre lang ausgestrahlte Doku entstehen kann. Wobei scheitern so mittlerweile nicht mehr gelten kann, sie hat halt offenkundig sehr schnell erkannt, dass sie durchaus Talente hat — halt andere. Damit geht sie jedoch sehr effizient um, ihr Schaden wird es jedenfalls nicht sein.

Für meinen Geschmack sind 1,33 Millionen Zuschauer immer noch verdammt viele, die sich am wahrscheinlich eigentlich dann doch vergleichsweise normalen Leben einer Frau Katzenberger vergnügen. Sie ist schmerzfrei, sie haut lockere Sprüche raus, und was noch? Ich gestehe, dass es allemal lustiger und durchaus auch unterhaltsamer sein dürfte (und die paar Sachen, die ich gesehen habe, sind es auch!), als die verschiedenen „scripted reality“ Formate, die es sonst so gibt. Die Frau ist wenigstens — wie auch immer — echt. Womöglich ist das eher der grandiose Start in die nächste Stufe.

Raus aus der Abfilmerei ihres Lebens in das virtuelle Leben anderer als Schauspielerin. Ein Hauptrolle bei der ARD angeln ist immerhin was, dass selbst gestandene Schauspieler nicht unbedingt hinbekommen. Welches Licht das auf Besetzungskriterien der ARD wirft, will ich hier bewusst im Dunkeln lassen, denn ich möchte nicht ausschließen, dass Frau K. eine natürliche Begabung hat. Die Rolle einer naseweisen Sparkassenangestellten mit detektivischen Ambitionen ist zumindest etwas, was ihrem Naturell entspricht: Nicht groß nachdenken, einfach machen und schauen was passiert. Hat sie jahrelang in ihrer Doku gemacht, so gesehen ist sie also eine Idealbesetzung. Das eigene Leben bis auf und teilweise wohl auch bis unter den Schlüpfer vermarkten wäre meins nicht, aber ein Flopp ist — zumindest für meinen Geschmack — was anderes. Denn aus garnichts — außer blond mit Schnauze — eine Fernsehkariere machen, muss man ihr erstmal nachmachen. So mancher gestandene Moderator wäre froh, wenn er die Hälfte der Zuschauer hätte (z.B. Harald Schmidt bei Sky).