Fahr´ für Gold

Da hat sich die Bahn mal wieder was Tolles ausgedacht. Kauf dir eine Fahrkarte und wenn in Sotschi jemand Gold gewinnt, dann fährtst du für umme oder was auch immer, denn die Details sind mir nicht bekannt. Was allerdings nur im Kleingedruckten steht: Es muss eine Fernreise sein. Im Nahverkehr kann man sich die Fahrkarte im Grunde gepflegt irgendwo hin stecken, denn dort ist sie, wenn ich den Ausführungen des Schaffners im Nahverkehrszug heute nachmittag glauben darf (und es gibt keinen Grund, das nicht zu tun), schlicht ungültig. Inklusive des damit gelösten Tickets.

Jetzt könnte man annehmen, dass das doch kein Problem ist, damit werden doch die Fahrkartenautomaten und Schalter und Internet-Angebote sicher korrekt umgehen. Machen sie aber offenbar nicht. Wer also, wie selbst live erlebt, von Hamburg in die Provinz fährt, kommt zwar raus aus Hamburg, aber nicht rein in die Provinz. Denn die ist nur via Nahferkehr erreichbar, die Reise mit dem Gold-Ticket endet offiziell im Fernreise-Ankunftsbahnhof. Dort müsste im Grunde noch eine Nahverkehrskarte gelöst werden.

Sagt halt der Automat oder das Internet nicht. Wie es am Schalter in Hamburg aussähe, lässt sich mangels Möglichkeiten nicht überprüfen. Der Schaffner hatte im konkreten Fall erbarmen, da er selbst offenkundig gewisse Akzeptanzprobleme mit dieser neuen Werbeinitiative der Marketing-Abteilung hatte.

Klingt für mich wie nach einem Schildbürgerstreich. Wobei das demnächst womöglich in die Gegenwart transportiert wird, die Jugend kann mit Schildbürgern wahrscheinlich nur begrenzt bis gar nichts mehr anfangen. Vermutlich nennt man Häuser ohne Türen und Fenster, oder Kerben im Boot als Positionsmarkierung oder zu viele Leiststellenmitarbeiter gleichzeitig in den Urlaub schicken, demnächst Bahn-Idee.