Dys­funk­ti­o­nal

Leute mit klarem Blick auf die Dinge haben oft einen schweren Stand und stoßen auf wenig Gegenliebe. Prominentes Beispiel ist die Deutsche Bank.

Kim Hammond – damals noch IT-Chefin der Deutschen Bank – hat mit „dysfunktional“ freundlich umschrieben, dass Sie die Deutsche Bank für das unkompetenteste Unternehmen hält, bei dem Sie jemals gearbeitet habe. Sie hat es bereits den Job gekostet, da beweist das Unternehmen, dass die – jetzt ehemalige – IT-Chefin es ziemlich auf den Punkt bringt. Denn selbst die Kernfunktionen einer Bank, der sorgfältige Umgang mit Geld, scheint bei diesem Bankhaus von Mond- und Sonnenstand, sowie der Tide in Hamburg abzuhängen. Wie sonst kann es passieren, dass mal eben mit einer einzigen Überweisung mehr Geld bewegt wird, als der gesamte Laden wert ist?

Ebenso dysfunktional scheint das Rechtsverständnis im Verkehrsministerium, respektive beim Verkehtsminister zu sein. Der meint doch tatsächlich, er könne per Verbot die Aufklärung der Justiz behindern. Mal eben per Dekret die Judikative aushebeln wollen. Da frag ich mich, wie solche Leute glauben, sie dürften sich bei Herrn Erdogan oder anderen über deren Rechtsverständnis ereifern. Im konkreten Fall wäre das jedenfalls ziemlich be–SCHEUER–t, denn es ist davon auszugehen, dass der Richter zu dem Thema schnell eine klare Blick auf seine Möglichkeiten entwickelt hätte. Der Spass, den es uns gebracht hätte, wenn Herr Scheuer eine Lehrstunde in Grundwissen Demokratie von der Justiz bekommt, wurde uns leider durch eine Zahlung von Porsche an den Kläger ausgehebelt. Der hat jetzt, was er wollte, der Prozess ist damit hinfällig.

Mit klarem Blick auf das was da Stattfindet entwickelt sich ein ziemlich fales Geschmäckle bei CSU-Verkehrsministern und dem, was sie für richtig halten im Allgemeinen und der Ehrlichkeit der Autobauer im Besonderen.