Blog-Software, die Dritte

HTMLy hat meine Erwartungen nach rund einem halben Jahr Einsatz nicht erfüllt.

Meine Erwartungen und was davon erreicht wurde:

Markdown-Dateien offline erstellen
Das geht zwar, aber sie werden nicht erkannt, wenn ich sie extern hochlade. Das funktioniert nur über den internen Editor und macht es umständlich.
Suchfunktion
Es werden nur die Überschriften durchsucht. Das ist sicher nicht das, was ich als Nutzer einer Suchfunktion erwarte. Dementsprechend mager fallen die Ergebnisse aus. Objektiv betrachtet ist das unbrauchbar.
Oberfläche
Es gibt keine Funktion für die Internationalisierung. Es gibt offenbar auch keine Ambitionen, das zu ändern. Die ursprünglich recht aufwändigen Anpassungen wurden bei einem Update zertrümmert.
Geschwindigkeit
Ganz manierlich, allerdings gibt es — trotz Cache — regelmäßig nicht nachvollziehbare Gedenksekunden mit teilweise stark verzögerter Darstellung der gewählten Seite.
Konfiguration und Anpassung
Das war erheblich aufwändiger, als es im ersten Moment aussah.

Der Neue: YELLOW.

Wieder ein erarbeiteter Zufallsfund. Die Regeln waren identisch, Yellow hat sich dabei aber — auf dem jetzt vorhandenen Erfahrungshintergrund — deutlich kompletter präsentiert:

  • „Flat File CMS“. Keine Datenbank, Markdown-Dateien.
  • In der Textumgebung brachial schnell.
  • Sehr aufgeräumt, lässt sich überraschend einfach konfigurieren
  • Es gibt eine einigermaßen vernünftige Doku. Sogar auf Deutsch.
  • Es ist eine Internationalisierung vorgesehen, also problemlos „März“ statt „March“ oder „weiter“ statt „next“.
  • Eine vollwertige Suche.

Die vollwertige Suchfunktion hat den Ausschlag gegeben, sich mal mit dem Aufwand eines Umzugs auseinander zu setzten. Und nachdem ich erst mal angefangen hatte, ging es — zumindest in diesem Fall — ziemlich fix weiter.

Der Umzug

Das Übernehmen der Daten gestaltete sich vergleichsweise einfach. Das hätte sich wahrscheinlich sogar automatisieren lassen. Aber bis der Automat fehlerfrei läuft, ist es schneller von Hand erledigt. So groß ist der Blog dann doch nicht.

Im Wesentlichen müssen die Header der Markdown-Dateien angepasst werden:


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title: title 
published: 2015-07-25
author: Norbert Simon
language: de
tag: Tags
description: Beschreibung
Sidebar: sidebar
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Das ist mein Schnipsel, den ich mir in SynWrite dafür angelegt habe. Dann noch nach Anleitung ein paar Dateien dazukopiert, das Layout etwas den persönlichen Vorlieben angepasst. Das ging wirklich fix.

Was mir adhoc sehr gut gefallen hat:


[--more--]   

Ich kann entscheiden, was als Teaser in den Listen angezeigt wird. Da wird nicht einfach nach x Worten oder Zeichen abgeschnitten1. Außerdem überleben Formatbefehle im Teaser, sogar Links bleiben drin. Die Zeichen (Raute und Pfeil) sind kein Bestandteil des Standards. Die setze ich im Haupttext, damit der Leser — vom Teaser kommend — schnell sehen kann, was er schon gelesen hat.

Bei der RSS-Feed Erzeugung unterscheidet sich YELLOW von der des Vorgängers. Dort wurden nur Blog-Beiträge im Feed transportiert. Hier sind es die aktuellen Dokumente. Das kann auch ein statisches sein. Wobei dort das gezielte Abschneiden mit more offenbar nicht out of the box klappte. Das habe ich — für die Blog-Dateien — im Plugin selbst nachgerüstet. Weshalb das bei den statischen Dateien nicht klappt, muss ich noch ergründen.

Mit diesem Post bin ich — mehr oder minder — mit dem Umzug durch. Jetzt kommt noch ein bisschen Schischi. Erfahrungsgemäß dauert das mindestens so lang wie der Umzug, aber so ist es halt.


  1. Wobei das nicht ganz korrekt ist. Wenn keine Trennmarke gesetzt ist, passiert das nach ~1000 Zeichen. ↩︎