Die Logik des Einkaufs

Heute morgen habe ich mich mal wieder ziemlich über den Discounter meines Vertrauens geärgert. Wobei der Ärger nicht allein gegen ihn gerichtet ist. Eher die Einkaufslogik beim Discounter ganz allgemein. Denn zumindest in meiner Region ist die durch die Flure gesteuerte Einkaufsstrecke eigentlich ziemlich bescheuert.

Meistens kommen die empfindlichen Sachen, also Obst, Gemüse und Tiefkühlware, als Erstes. Dann kommen die schweren und sperrigen Sachen, wie Dosen, Getränke und Waschmittel. Ganz zum Schluss die Zeitkiller, der Süß- und Knabberkram, bei dem sich Lust und Frust im Widerstreit befinden. Währenddessen durchbricht die Tiefkühlware gemütlich die Kühlkette. Wer die Sachen nicht gleich verbraucht — was bei Tiefkühlware mutmaßlich der Normalfall ist — packt zu Hause eine weiche Plastetüte in den Tiefkühler und bekommt dann keine schockgefrorenen, „einzeln entnehmbaren“ Stücke, sondern einen großen gefrorenen Klumpen, wenn es an die Verwertung geht.

Wenn die Getränke ganz am Ende, kurz vor der Kasse angeboten werden, hat man immer das Problem, dass die schweren Flaschen auf die empfindlichen Eier und Jogurtbecher drauf müssen. Denn die verteilen sich schon im Einkaufswagen. Also räumt man vor der Kasse erst mal Platz frei, damit die Flaschen reinpassen und verteilt dabei die Kühlware kreuz und quer im Wagen. So, dass man sie am Auto wieder zusammensuchen muss, wenn sie dort in eine Tasche soll. Zwecks gegenseitig kühl halten.

Wobei es natürlich ein grundsätzliches, logistisches Problem gibt. Denn wenn ich im Laden zuerst die schweren Sachen einlade und dann die Sachen aufs Band der Kasse lege, habe ich sie beim Verlassen des Geschäfts oben drauf. Wenn ich sie im Geschäft am Ende oben drauf packe, landen sie nach dem Abscannen als erstes im Einkaufswagen. Ich kann dann leidlich gefahrlos über den Parkplatz zum Kofferraum rumpeln, ohne dass der Riesling die Eier zermatscht. Hier würden womöglich kleine Trennbrettchen helfen, die den Einkaufswagen in Zonen aufteilen. Das kleine Körbchen, das den meisten Einkaufswagen für die kleinen Sachen gemein ist, ist nämlich im Normalfall viel zu klein.

Konsequenterweise müsste man eigentlich zuerst die Dosen, Flaschen und sonstigen, ungekühlt ungefährdeten Sachen einkaufen, dann zur Kühltecke und dann — in die Schlange an der Kasse. Natürlich habe ich auch eine Tasche, die zur Wahrung der Kühlkette erworben wurde. Aber die ist nie zur Hand, bestenfalls liegt sie im Auto. Außerdem würde es vorausschauende Planung verlangen, denn dann müsste ich schon vor dem Laden entscheiden, dass ich Tiefkühlware kaufe. Denn dann — und nur dann — wäre die Mitnahme der meist hässlichen und sperrigen Tasche überhaupt nötig. Typischerweise haben die Dinger zu allem Überfluss so eine blöde Form, dass sowieso nicht alles reinpasst. Oder die Tasche dann nicht zugeht. Weshalb man sie meist gar nicht mehr ins Auto legt, weil sie in irgendeiner Weise gelitten hat und somit ihrer Funktion in wesentlichem Umfang beraubt wurde. Wenn alles reinpassen soll, wird das Teil derart groß und unhandlich, dass man es mutmaßlich nicht mal im Auto hat, weil es sonst den Kofferraum dauerhaft blockiert.

Ich räume ein, dass ich jetzt eher ratloser als vorher bin, denn ich habe keine alles befriedigende Antwort für die Herausforderung. Wobei die Tiefkühlware vor der Kasse sicherlich die durchschnittliche Auftauzeit dieser empfindlichen Güter signifikant verkürzen würde. Bemerkenswerterweise klappt das mit den Kühlern für Cola und Eis, speziell im Sommer, problemlos. Spinat oder Hühnchen habe ich allerdings noch nirgends direkt an der Kasse in den Kühlschränken gesehen.