Deutsch-Kniffe

Jeder kennt das „Substantiv-Paradigma“, dass «der gefangene floh» nur mit Substantiven eindeutig wird. Aber allein das reicht noch nicht.

Ob der Gefangene abgehauen, oder der Floh gefangen ist, lässt sich nur klein geschrieben nicht zweifelsfrei klären. Aber wie sieht es hier aus:

Das war eine dunkle Lache.

Lacht da jemand sonor oder beschreibt jemand die Pfütze Blut unter seiner Schnittwunde?

Es hängt — wie fast immer — vom Kontext ab. Mit dem wird es in Zeiten von Twitter und Sekunden-Konzentration allerdings schwierig. Von richtig lesen können will ich gar nicht erst anfangen.

Natürlich spreche ich weder von einem lachenden oder verwundetem Menschen. Ich spreche von Harzgewinnung.

Ist klar. Selbstredend.

Dafür wird ein ringförmiger Einschitt in den Stamm von Bäumen gemacht. Eine Lache halt. Wenn jemand von „reichlich Lachen“ spricht, kann es daher durchaus ziemlich ernst zugegangen sein. Da draußen im Wald.

Man kann sich beim Lache machen übel verletzen, wodurch eine große Lache Blut entsteht. Mit panischer Lache selbst Mut machen hilft nicht. Da muss ein Doktor her. Allerdings wird man lachend in seiner Lache neben der Lache verbluten, wenn der zwar weiß, wie man „katholisch-theologisch“ buchstabiert. Aber zwei linke Hände und keine Ahnung von erster Hilfe hat. Als Doktor der Philosophie.

Vielleicht hätte man sich vor dem Gang in den Wald eine Krankenschwester anlachen sollen. Mit der kann man sich dann auch zecken, währen sie sich um die Zecken kümmert. Denn wer zum Lachen in den Wald geht, fängt sich leicht welche. Außerdem womöglich Flöhe.

Nachtrag

Dieses Artikel habe ich bereits gestern abend geschrieben. Davor.

Die nächtlichen Ereignisse könnten jetzt die Frage aufwerfen, wie das geht: „Angreifer mit Axt erschossen“. Dass sich ungewollte Wortspielerei aus trauriger Realität ergeben kann, hatte ich schon einmal thematisiert.