Der Wille zum Unwillen

Frau Merkel war da und hat sich bedankt, dass Leute den Hass aushalten. Und es beschämend und abstoßend ist, was in Heidenau passiert ist. Wie beschämend und abstoßend ist es eigentlich, dass da erst reichlich spät und dann nur so lala diese wenigen Worte über Ihre Lippen kommen?

Wenn Frau Kanzler erwähnt, dass fast 600 Menschen hier sind, in einem sächsischen Örtchen mitten in Sachsen mit etwa 16.400 Einwohnern, dann liest sich das toll. Sind ca. 3 % Neuankömmlinge, das hält so eine Gemeinde doch locker aus. „Deutschland hilft, wo Hilfe geboten ist“, sagt sie.

Tut Deutschland das? Natürlich muss für Flüchtlinge die Tür offen stehen, wer um Leib und Leben fürchten muss, muss bei uns sicher sein. Was bei den Bildern der letzten Tage und Wochen jedoch in Frage gestellt werden muss. Denn außer beschämend und abstoßend oder toll dass ihr das aushaltet ist echte Initiative oder eine angemessene Reaktion nicht erkennbar.

Im Gegenteil. Wenn die Busse im Schutz der Nacht auf Unterbringungsgelände fahren, oder die Ankunft von Menschen möglichst geheim gehalten wird, zeigt das deutlich, dass man sich der Probleme vor Ort bewusst ist. Aber keine Lösung dafür sucht. Ein Bauzaun mit Sichtschutz soll es richten?

Der Dank an die ehrenamtlichen Helfer ist ohne Zweifel berechtigt. Aber was bliebe den von den Anstrengungen des Staates übrig, gäbe es diese Helfer nicht?

Wenn ich beispielsweise lese „Die Bundeswehr schützt Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger“ stelle ich mir spontan die Frage, warum hier so zurückhaltend mit Zuständigkeitspotenzial umgegangen wird. Denn im weiteren Verlauf steht als weitere Aufgabe „internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung“. Wenn im Mittelmeer Fregatten Flüchtlinge einsammeln, ist das ein toller humanitärer Einsatz. Was spricht dagegen, dass die Bundeswehr viel präsenter als sie es im Verborgenen durchaus schon tut gegen den rechten Mob positioniert wird?

Wobei ich da keine bis unter die Halskrause bewaffneten Soldaten patrollieren sehe. Ich bin jedoch ziemlich sicher, dass es Eindruck macht, wenn den dumpfen Parolen und der gesinnungsgerechten Bekleidung der Staat seine Uniformierten entgegenstellt. Die durch ihre Anwesenheit und dem Beistand zeigen, dass wir das mit dem Artikel 1 sehr genau nehmen.

Bei aller Zuwendung gegenüber den Ankommenden, sollte jedoch die Frage gestellt werden, warum der Mob ein Mob ist. Sich hinzustellen und eine mit denen rede ich nicht-Haltung einnehmen, liegt auf Kindergarten-Niveau. Warum geht eine Mutter mit Kindern bei Parolen-Plärern mit? Warum erreichen die das Volk augenscheinlich besser, als es der Staat tut?

Nur anerkennende und bedauernde Worte helfen weder den Ankommenden noch den bereits dort (bzw. hier) lebenden Menschen. Urängste sind der Türöffner für das, was so unschön passiert. Die müssen deshalb ebenso ernst genommen und behandelt werden, wie wir uns um die Neuankömmlinge kümmern. Dazu gehört mehr Transparenz. Beispielsweise Info-Thresen vor Ort und im Land, die aufklären, was da genau passiert, warum das so passiert, wie man sich miteinander arrangieren kann, welche Chancen für uns und jeden Einzelnen der schon hier Lebenden damit verbunden sind.

Da gehört ebenfalls dazu, dass natürlich nicht nur tolle Menschen kommen. Prominentes Darstellen wichtiger Fakten (Aufstellung des NDR) muss aber klarstellen, dass da viel dichterische Freiheit die Menschen verunsichert:

  • Viele Asylbewerber überstehen das Prüfverfahren nicht
  • Wir sind auf die Zuwanderung gut ausgebildeter, intelligenter Menschen angewiesen. Wie auch bei uns bleiben die Tumben tendeziell eher zu Hause, die Cleveren gehen dorthin, wo sie etwas bewegen können.
  • Flüchtlinge nehmen eher selten bis nie einem Deutschen den Job weg. Die sind im Durchschnitt besser qualifiziert und bekommen deshalb den Job, der sonst unbesetzt bliebe.
  • Flüchtlinge kommen nicht wegen Harz IV zu uns. Denn sie bekommen weniger und für die paar Kröten nimmt keiner eine lebensgefährliche Flucht auf sich.
  • Vergewaltiger und Diebe verteilen sich gleichmäßig über alle Ethnien.
  • Wenn wir Flüchtlingen die Chance auf Arbeit geben, hat die Gemeinschaft mehr davon, als sie an der Grenze weg zu schicken. Sie zahlen Steuern, Rentenbeiträge, sichern und bereichern den Standort Deutschland.