Da regnet es gerade…

Die Sonne hat mich heute durch das Arbeitszimmer-Fenster begrüßt, ein etwas wolkiger, aber auch strahlend blauer Himmel lässt auf einen schönen Spätsommertag hoffen. Aber das bilde ich mir offenbar alles nur ein.

So sieht der angesagte Regen bei mir aus

Denn im Radio sagt die Moderatorin mit dem Brustton der Überzeugung, dass es bei mir gerade regnet. Woher sie das weiß und was sie so sicher macht, verrät sie natürlich nicht. Es liegt jedoch die Vermutung sehr nah, dass sie das nicht per Kontrollblick aus dem Fenster ermittelt hat. So wie ich (s. Bildbeweis).

Vermutlich hat sie neben sich ein auf lautlos geschaltetes Mobiltelefon neben dem Mikrofon und dort erzählt ihr eine Wetterapp, was da draußen gerade alles vermeintlich passiert. Dass erzählt sie dann uns, den Zuhörern. Was die Qualität von Wetterapps betrifft, habe ich bereits eine einschlägige Erfahrung gesammelt und dokumentiert.

Ich halte der Moderatorin zugute, dass sie aufgrund des Jobs im Studio dieses Erlebnis noch vor sich hat. Im Urlaub beispielsweise. Es würde mich freuen, wenn dann die Wetteransage mal etwas anders ausfiele:

Bevor wir jetzt die Wetteraussichten verlesen, möchten wir darauf hinweisen, dass wir eigentlich keine Ahnung haben, wie das Wetter wird. Die vorliegenden Infos sind eine grobe Schätzung, vielleicht nur eine Wette eines Meteorologen, oder das Ergebnis eines Würfels, der statt Zahlen Wettersymbole hat.

So krass ist es glücklicherweise meistens nicht. Allerdings habe ich Schwierigkeiten damit, dass da etwas mit einer Bestimmtheit verkündet wird, die es nicht gibt. Den Herrschaften müsste aber doch auffallen, dass die Vorhersage für das Wochenende am Montag nur noch sehr entfernt eine Ähnlichkeit mit der am Mittwoch hat. Da ist regelmäßig nur noch die Deutschlandkarte das für die Wiedererkennung relevante Element.

Ich bin sehr gespannt, ob das heute noch in strömen regnet, was dem bedauernden Ton der Radiomoderatorin angemessen wäre. Eine Chance hat sie durchaus, eine Wolke hat sich im Moment vor die Sonne geschoben. Allerdings ist das eine von der Sorte, die schön aussieht, aber nicht nass macht. Von denen müssten welche drunter hängen, wenn das was werden soll. Davon sehe ich aktuell weit und breit keine.

Nun ja. Schau´n wer mal. Ist eh die cleverste Methode: Selbst schauen und sich auf das verlassen, was die eigenen Augen sehen. Draußen. Nicht auf der App.