Bonusrunde für Pofalla

Der Roland hat die Mama gerade mit dem besten CDU-Ergebnis seit Jahren beschenkt und sich dann selbst aus dem Staub gemacht. „Die Welt“ fabulierte noch, es ginge um mehr Zeit für Privates. Das entpuppt sich als außerordentlich großzügige Interpretation, denn offenbar holt er jetzt noch ein bischen Kohle ab. Als Lobbyist bei der Bundesbahn.

Das hat mal wieder ordentlich Geschmäckle. Ich weiß ja nicht, was so ein Kanzleramtschef scheffelt, aber im Vergleich zu einem Vorstandsposten bei der Bahn dürfte das eher ein Taschengeld sein. Da lässt sich ein ehemaliger Bundespolitiker doch gern von einem Staatsbetrieb ordentlich mit Dukaten zuscheißen. Jetzt ist auch klar, wofür die Bahn gerade erst die Preise wieder angehoben hat. Warum soll Angie aus der Staatsschatulle Kohle verballern, wenn man dafür eigene Betriebe unterhält. Ist doch eine Win-Win-Situation für alle. Sie hat ihren Schleimspur-RoPo gut untergebracht, der wird ihr sicher keinen Ärger machen, die Bahn hat jemanden, der bewiesenermaßen absolut schmerzfrei ist, egal was für einen Mist er labert. Spätestens mit seinem Statement, dass er, der Roland, den Abhörskandal für beendet erklärt, ist er der weit vorn liegende Tabellenführer der Dumpflaberer. GroKo1 allüberall.

Der bisherige Geldeinsammler der Bahn war der ehemalige Bundestagsabgeordnete Georg Brunnhuber, der hat mit seinen jetzt 65 Jahren offenbar genug Geld gehortet. Wofür er den Posten zugeschanzt bekam, ist mir nicht bekannt. Jetzt darf mal ein Jüngerer ran, der darin geübt ist, Leuten ordentlich auf die Glocken zu gehen. Sowas wie ein Mehdorn für Arme. Der hat ja ebenfalls in diesem Laden seine Spuren hinterlassen, eine Ankunft von Roland dort ließe also Schlimmstes befürchten.

Da er ja — siehe oben — zu den absolut Schmerzlosen gehört, wird der potentielle Aufschrei über diese Postenschieberei bei ihm ungehört verhallen. Weil die SPD mit im Boot sitzt, wird von denen kaum einer gegen den Wind pinkeln und die Grünen und die PDS sind so klein, dass man problemlos drüber weg steigen kann. Die können direkt die Wand anblöcken, da wissen sie dann wenigstens, dass da niemand ist, den es interessiert.

Mal ehrlich: Hätte der Mann eine realistische Chance in der freien Wirtschaft? Ohne Frage: Ausgewiesen routinierte Arschkriecher als Lobbyisten mit vergleichbaren Kontakten sind — zum Glück — (noch) rar. Aber ein gewisses Maß an Schmerz muss man ja bei sojemandem auch als Arbeitgeber aushalten. In der freien Wirtschaft hat ein potentieller Partner eine Wahl, bei einem Staatsbetrieb, in einer Position, bei der er sich sowieso nicht mit echten Wirtschaftsbossen unterhalten soll, sondern nur Politiker geschmeidig machen, kann es im Grunde keinen Flurschaden geben. Bei der anvisierten Zielgruppe wird Roland vielmehr wahrscheinlich flutschen wie ein wohltemperiertes Zäpfchen. Wer sich bereitwillig bückt, bekommt dann vielleicht bei seinem Arbeitgeber den nächsten Job, der speziell für Bücklinge geschaffen wird.

Für irgend etwas muss ja so ein Staatsbetrieb nützlich sein, wenn schon die Pflege des Schienennetzes völlig schief geht, nicht genug Leute zum Arbeiten da sind und es mich nicht wundern würde, wenn zukünftig Abfahrts- und Ankunftszeiten nur auf ±2 Stunden genau angegeben werden, weil es dann mindestens 50% weniger Verspätungen geben dürfte. Falls das noch nicht hilft, stellt sich der Roland einfach hin und erklärt die Diskussionen über Verspätungen bei der Bahn für offiziell beendet.


  1. Die wachsend gebräuchliche Abkürzung für „große Koalition“. Kann ebensogut für „großes Kotzen“ stehen. Oder „groß Kohleschaufeln“. ↩︎