Bescherung!

Typischerweise findet in Deutschland die Bescherung am 24. abends statt. Meine war vor wenigen Minuten, enthalten in einer außerordentlich formellen Mail eines Forums. Da stand drin, dass es eine Antwort auf eine Anfrage von mir gäbe. Da klickte ich drauf und habe mir erst einmal die Augen gerieben.

An meinem Horizont ist gestern ein neues, außerordentlich spannendes Programm aufgestiegen: SynWrite. Im ersten Moment dachte ich: Noch ein weiterer Editor im Meer der Editoren. Ein paar auf der Homepage aufgelisteten Funktionen machten mich aber so neugierig, dass ich mir das schlanke Programmpaket herunter geladen und etwas genauer angesehen habe. Die Installation war flott und einfach, zu meiner großen Freude war da keine Erklärungswüste, wie das oft bei freier und kostenloser Software der Fall ist. Eine kompakte, deutschsprachige Hilfe führte durch die Besonderheiten des Programms und ich kam aus dem Staunen erst einmal nicht heraus. Diverse wiederkehrende Anforderungen, die sich mir regelmäßig stellen, sind in diesem Programm einfach so gelöst. Extrem cool fand ich die Möglichkeit, dass ich mir mehrere Einfügemarken in den Text setzen kann, an denen dann synchron geschrieben wird. Was womöglich erst einmal ziemlich bescheuert klingt, ist für alle, die schon mal in einer Tabelle etwas hinzufügen mussten, ein Hosianna! (passend zum zeitlichen Umfeld) wert. Spätestens beim Lesen der Beschreibung der Emmet-Funktion fällt die Kinnlade ziemlich hart auf den Schreibtisch.

Der Link oben führt hin, für jeden, der regelmäßig einen Editor für reine Texte benötigt oder HTML und (ungezählte) weitere Sprachsyntax-Dateien bearbeiten muss: unbedingt mal ansehen. Aber darum ging es mir ja gar nicht. Denn eigentlich wollte ich ja davon erzählen, was mir heute morgen widerfahren ist. Also zurück zur eingangs erwähnten Mail aus dem Forum. Da hatte ich mich nämlich — selbstverständlich nach eingehendem Studium der Hilfe und des Forums — mit eine Frage gemeldet. SynWrite kann nämlich nicht nur ziemlich cool mit verschiedenen Sprachsyntax-Regeln umgehen und die entsprechend hervorheben. Dazwischen werden auch noch Rechtschreibfehler markiert. Die deutschsprachige Korrektur-Bibliothek lässt sich über einen Link im entsprechenden Dialog direkt herunter laden. Aber ausgerechnet in Markdown-Dateien1 klappt das nicht. Wobei das jetzt nicht präzise formuliert ist. Es klappte bis heute morgen, 00:48 Uhr nicht. Zumindest ist das die Zeit des Screenshots, den der Entwickler Alexey auf eine Seite hochgeladen hat. Im Forum stand über dem Link die lapidare Ansage: Solved. Beta tomorrow. Da war ich dann doch ziemlich platt. Weil ich keine Angst vor Beta-Versionen habe, war die nach wenigen Minuten auf dem Rechner und geöffnet. Und da war sie, meine Bescherung: Klappte wirklich. Damit habe ich gleich diesen Text hier verfasst und mit dem integrierten FTP-Werkzeug auf die Blog-Seite hochgeladen.

Da hat sich dieser Mensch doch tatsächlich am Abend vor Weihnachten hingesetzt und mal eben mein Problemchen gelöst. Was bei genauerer Betrachtung kein echtes war, denn über ein simples Ausschalten der Syntax-Hervorhebung war jederzeit eine Textkontrolle möglich. Ist so ein Sahnehäubchen-Ding. Und ich habe mein Sahnehäubchen bekommen. Eine freudige Bescherung für mich, die ich euch allen da draußen wünsche, egal wo ihr seit. Frohe Weihnachten!


  1. Dieser Blog basiert auf Markdown. ↩︎