Angekommen!

Wir wohnen jetzt in Birkenwerder bei Berlin (s.Es wird umgezogen!). Damit endet ein ziemlich stressiges Jahr.

Angefangen hat alles mit einem traurigen Anlass. Mit Ruths Tod war ihr Haus verwaist. Ein Haus aus den 1930er Jahren. Umschlossen von hohen Tannen, einer — wie sich zeigen sollte — völlig falsch dimensionierten Heizung, über die Jahre fragwürdig gewordenen Elektro-Installation und weiteren Details, die Verbesserungen notwenig machten. Aufgrund sanften Einwirkens mehrere Beteiligten haben wir (Anja und ich) uns mit dem Gedanken anfreunden können, dass daraus unser neues Zuhause wird. Wohl wissend, dass davor noch einiges an Mühen stehen würde.

Die Substanz hatte Ruth grundsätzlich gut erhalten. Die Ansprüche waren halt andere. Ihr war es genug, wenn im Winter ein Raum warm war. Für uns keine Option. Verlängerungskabel quer durch den Raum, mehrfach hintereinander, damit genug Steckdosen da sind, ebenfalls nicht. Dazu der zwar für damalige Verhältnisse sehr gute Baustandard, der aktuellen Anforderungn bezüglich Wärmedämmung jedoch nicht genügt. Viel Arbeit also.

Vorweg standen Entkernungsarbeiten. Heizung raus, alte Böden raus, Elektro raus. Die Möbel gingen an einen hiesigen Second Hand Shop. Einiges davon war durchaus wertig, entsprach aber nicht unserem Wohnstil. Weil wir uns natürlich schon einen Hausstand geschaffen haben, war von vielem jetzt eins zuviel.

Im Anschluss andersherum zeigemäße Elektrik rein, Deckenheizung mit Luftwärmepumpe installiert, Wärmedämmung mit Einblastechnik (eine der wenige Arbeiten durch Dritte), Laminat-Böden und auf neu verputzten Wänden (ebenfalls mit externer Unterstützung) mit Kalkfarbe als Alternative zu Tapeten die Wände schick gemacht.

Die Elektroinstallation musste natürlich abgenommen werden, wobei das in einer Lehrstunde für den Auszubildenden endete. Weil wir nicht wussten, wie genau der prüfende Betrieb hinschaut, haben wir uns strikt an die Bestimmungen gehalten. Was gelegentlich sogar zu Diskussionen mit Lieferanten führte, weil die das erforderliche Material dafür nicht vorrätig hatten und es etwas entpannter angehen wollten. Grundsätzlich durchaus im Rahmen, aber wir wollten vermeiden, dass wir am Ende das Prüfprotokoll nur mit womöglich aufwändigen Nachbesserungen bekommen. Bei der Wärmepumpe konnte der Elektriker ebenfalls etwas lernen, denn er wusste nicht, dass neben normalem Strom der Strom für die Wärmepumpe frei gewählt werden kann. Dafür braucht es einen anderen Zähler. Das war noch ein wenig hin und her, aber er hat sich gekümmert.

Voran gegangen war die vollständige Erneuerung der Wasserversorgung. Die fiel uns an einem Samstag nachmittag im wörtlichen Sinne in die Hand. Glücklicherweise macht der Notdienst der Wasserwerke seinem Namen Ehre: Der Mitarbeiter kam zwar erst gegen 18:00 Uhr, reparierte dann jedoch den Schaden (die Leitung war an der Wasseruhr weggerottet und abgerissen) soweit, dass wir zumindest Duschen konnten. In der Folge haben wir die Leitung von der Straße neu legen lassen. Weil das nicht so klappte wie geplant, fiel die Rechnung anders aus als im Kostenvoranschlag angekündigt. Bei dem Maschinen- und Personaleinsatz hätte ich eine drastische Preiserhöhung erwartet, es wurde jedoch 250 € preiswerter. „Wir konten einige Teile nicht wie geplant einbauen und mussten etwas improvisieren. Die werden wir natürlich nicht berechnen. Die Funktion und Verlässlichkeit wird dadurch nicht beeinträchtigt“. Wow.

Ein großer Vorteil war zweifellos die Nähe zum örtlichen Bauhaus: Einmal über die Autobahnbrücke. Dort konnte ein Lieferwagen ausgeliehen werden, mit dem in einer Stunde und 2km Gesamtfahrleistung alle sperrigen Einkäufe problemlos erledigt werden konnten. Speditionen und Paketdienste lernten die neue Adresse dennoch bereits vor dem Einzug kennen, denn so manches wurde anderswo besorgt. Sowohl aus Preis- als auch Qualitätsgründen.

Was ich hier in wenigen Absätzen geschildert habe, zog sich über das ganze Jahr hin. Geplant wurde von Braunschweig aus, realisiert in Bauwochen, in denen Bruder Harald nach Tegel einschwebte, von wo ich ihn einsammelte. Anja kam mit verlängertem Wochenende nach und kümmert sich um diverse andere Details. Am 16.12. haben wir dann alles aus der Braunschweiger Wohnung in zwei LKWs verladen (lassen), was am 17.12. in Birkenwerder wieder ausgeladen wurde. Seit dem 22.12. steht im Personalausweis die neue Adresse. Wir sind angekommen.