Falsche Freunde

Die Definition von „Freund“ hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert.

Vor ein paar Tagen war ich in einem Restaurant, das auf seiner Karte einen interessanten Hinweis abgedruckt hatte. „Zeig mit deinem Handy, dass du unser Freund bist, und du bekommst 10% Rabatt“. Während Sixt dafür Stress bekommt, dass sie für die Stimme zum Erhalt von Tegel Gutscheine verteilen, ist käufliche Freundschaft offenbar kein Problem.

Was den Wert des Wortes „Freund“ extrem abwertet. Eigentlich ist es das Wertvollste, was es im Zwischenmenschlichen gibt. Denn Freunde sucht man sich selbst aus. Man kann, muss aber nicht befreundet sein. Für 10% auf einen Burger eine Freundschaft kaufen? Wer lässt sich damit ködern, außer, „Freund“ ist bedeutungslos?

„Freund“ ist offenbar zur reinen Zähleinheit verkommen für spontane oder momentane Stimmungen. Oder für Rabatt auf Burger. So gesehen bin ich offenbar ein armes Schwein, denn die Zahl meiner Freunde ist sehr überschaubar. Allerdings würde ich meine Freundschaft nicht für 10% auf einen Burger hergeben. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich meine Freunde nicht nur als Klick, sondern persönlich kenne.